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Italienische und deutsche Enklaven in der Schweiz

Glücklicherweise ist die Schweiz ausschließlich von befreundeten Staaten umgeben. Daher stellen Enklaven auch kein politisches oder diplomatisches Problem dar. Enklaven sind Landesteile, Gemeinden, Areale, die vollständig auf dem Territorium eines fremden Staates liegen. Und davon gibt es in der Schweiz einige.

Wie sind solche Enklaven entstanden? In der Regel geht ihre Geschichte auf komplizierte Besitz- und Herrschaftsverhältnisse in früheren Jahrhunderten zurück. Oft reichen diese bis ins Mittelalter zurück.  

Wir möchten Ihnen hier drei Enklaven in der Schweiz vorstellen, zwei deutsche und eine italienische. Vielleicht haben Sie Lust, der einen oder anderen Enklave mal einen Besuch abzustatten? Sie müssen nur Ihren Pass dabeihaben. Sie reisen also innerhalb der Schweiz über Landesgrenzen. Auch falls Sie eine Wanderung planen, die durch eine Enklave führt, sollten Sie stets Ausweispapiere bei sich haben. Kontrolliert wird zwar kaum, aber sicher ist sicher! Sie möchten sich bestimmt während Ihres Urlaubs in einem Ferienhaus in der Schweiz keinen Ärger einhandeln.

Der Jestetter Zipfel

Der Jestetter Zipfel ist die größte Enklave in der Schweiz. Er gehört zu Deutschland (Landkreis Waldshut, Baden-Württemberg), ist aber von einer 55 km langen Grenze zur Schweiz umgeben. Drei Gemeinden liegen in dieser Enklave am Hochrhein: Die größte ist Jestetten mit rund 5.250 Einwohnern, die beiden kleineren heißen Lottstetten (2.300 Einwohner) und Dettighofen (1.160 Einwohner). Um die Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte die ganze Region den Grafen von Sulz. Sie verkauften Teile ihres Besitzes an die reichen Städte Schaffhausen und Zürich und behielten den Jestetter Zipfel, der durch die Verkäufe nun plötzlich innerhalb des Schweizer Territoriums lag. 1806 kamen Jestetten und die beiden kleinen Dörfer zu Baden. Von 1840 bis 1935 war der Jestetter Zipfel "Zollausschlussgebiet", das bedeutete, dass die Bewohner ihre Waren (vor allem landwirtschaftliche Produkte) zollfrei in die Schweiz und nach Deutschland liefern durften. Heute präsentieren sich die drei Dörfer ländlich und hübsch.  

Sehenswert ist insbesondere die evangelische Markuskirche in Jestetten, erbaut im modernen Stil der 1960-er Jahre - mit freistehendem Turm. Deutlich älter ist die Lorettokapelle in Jestetten, die 1668 auf den Fundamenten eines mittelalterlichen Burgturms errichtet wurde. Im Sommer können Sie eine kleine Schiffsreise zum Jestetter Zipfel unternehmen: Steigen Sie in Ellikon (Schweiz) am Hochrhein in eine Fähre und fahren Sie hinüber nach Lottstetten.  

Möchten Sie die Region erkunden, vermeiden Sie besser, dies an einem Samstag zu tun! Denn dann kommen in Scharen die Schweizer Einkaufstouristen hier an, die bei Aldi und Co einen Grosseinkauf starten. Parkplätze werden dann rar und es geht nicht ganz so beschaulich in den Städtchen zu und her wie an anderen Tagen.

Büsingen am Hochrhein

Die nur 7,62 qkm große Enklave Büsingen am Hochrhein gehört wie Jestetten zu Baden-Württemberg (Landkreis Freiburg). Büsingen hat ca. 1.520 Einwohner, und das Gemeindegebiet grenzt im Norden an die Stadt Schaffhausen, im Südosten und Osten an den Kanton Thurgau und im Südwesten an den Kanton Zürich. Das Dorf gehörte im Mittelalter zunächst dem Kloster Allerheiligen in Schaffhausen, dann geriet es an Österreich und kam schließlich 1805 an Württemberg, 1810 an Baden (Baden und Württemberg waren ja damals noch eigenständige Staaten.). Kurios: Bis heute haben die Autos der Büsinger ein eigenes Kennzeichen, nämlich "BÜS" - damit sind sie für die Schweizer Zöllner gleich erkennbar und werden schnell durchgewunken.  

Wenn Sie die Enklave besuchen, können Sie eine schöne Rundwanderung auf dem "Exklavenweg" unternehmen. Er führt vom Rathaus von Büsingen zum Hotel "Alte Rheinmühle", am Rheinufer entlang, vorbei am Strandbad und hinauf zur Bergkirche und wieder zurück in den Ort. Die Bergkirche ist sehenswert. Sie wurde im Jahr 1095 erstmals erwähnt, ist im 11. und 12 Jahrhundert im romanischen Stil erbaut worden und besitzt schöne spätgotische Fenster. Das Strandbad von Büsingen lohnt einen Besuch. Saison ist von Anfang Mai bis Mitte September. Das Strandbad bietet eine schöne Liegewiese, einen Kinderspielplatz, Tischtennistische, einen Beachvolleyballplatz und einen Kiosk. Umkleideräume sind auch vorhanden. Und wenn Ihnen das Wasser des Rheins nicht zu kühl ist, können Sie über Treppen hineinsteigen.

Campione d'Italia am Lago di Lugano

Campione d'Italia gehört zur italienischen Provinz Como und liegt idyllisch am Südostufer des Lago di Lugano. Die Enklave ist nur 2,7 qkm groß und ist rundum vom Kanton Tessin umgeben. In der Gemeinde Campione d'Italia leben rund 2.000 Menschen. Die Geschichte des Orts geht bis ins Mittelalter zurück. Jahrhunderte lang gehörte die Gemeinde dem Kloster St. Ambrogio in Mailand, 1861 kam Campione d'Italia im Rahmen der Säkularisierung zum Königreich Italien. Die Gemeinde war bis zum 31.12.2019 Teil der Schweizer Zollunion, seit dem 1. Januar 2020 ist sie Teil des Zollgebiets der EU, worüber die Einwohner nicht besonders begeistert sind. Sie mussten nämlich ihre gewohnten Schweizer Autokennzeichen durch italienische ersetzen lassen, und vor allem: Sie müssen nun die in der EU üblichen Verbrauchssteuern zahlen.  

Die wichtigste Attraktion für Touristen in Campione d'Italia ist nach wie vor das berühmte Spielcasino, das direkt am Seeufer steht. Im Juli 2018 ging das Spielcasino in Konkurs - eine Katastrophe für die Einwohner der Enklave. Aber im Januar wurde es wieder eröffnet. Wenn Sie der Enklave einen Besuch abstatten, können Sie an der Uferpromenade spazieren gehen, die Kunstgalerie San Zenone besuchen oder auch die schönen alten Fresken in der Wallfahrtskirche Santa Maria dei Ghirli bewundern.  

Am gegenüberliegenden Ufer von Campione d’Italia liegt das Tessiner Dörfchen Morcote. Dieses zählt zu den schönsten Orten der Schweiz und ein Besuch der Enklave lässt sich mit einem Abstecher nach Morcote gut verbinden.

Übrigens: In den Enklaven können Sie mit problemlos mit Euro oder Schweizer Franken zahlen.

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