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Die coolsten Lost Places in der Schweiz

"Lost Places" in der Schweiz? Wer hätte das gedacht? Ja, auch die Schweiz besitzt Lost Places. Das sind jene Gebäude, an denen einmal gelebt und gearbeitet wurde, die aufgegeben und scheinbar vergessen gingen. Die Rede ist allerdings nicht von Burgen und Burgruinen oder denkmalgeschützten Bauwerken. Es handelt sich vielmehr zum Beispiel um Hotels, Industriebauten oder Kurhäuser, die nicht mehr betrieben werden.   

Wir haben hier eine kleine Auswahl für Sie. Überzeugen Sie sich selbst, von der Wirkung, die solche Orte haben. Manche wirken traurig, andere geheimnisvoll. Alle erzählen Geschichten von besseren Zeiten. Vielleicht haben Sie die Gelegenheit, eines der verlassenen "Denkmäler der Neuzeit" selbst zu besuchen und zu fotografieren. Möglicherweise findet sich einer der nachfolgenden Orte in der Nähe Ihres Schweizer Ferienhauses.  

Besuch eines Lost Places in der Schweiz – gut zu wissen  

Wir möchten Sie bitten: Seien Sie vorsichtig. Bitte betreten Sie die verfallenen Gebäude und Anlagen nicht, aus zwei Gründen: Erstens geht es um Ihre Sicherheit - das versteht sich ja fast von selbst: In baufälligen Gebäuden lauern überall Verletzungsgefahren, seien es Glasscherben, Stolperfallen oder herabstürzende Teile. Aber auch zweitens: Bitte bedenken Sie, dass jedes dieser Objekte einen Besitzer hat. (Auch wenn der sich jahrzehntelang nicht um den Lost Place gekümmert hat.) Wenn Sie ohne Einwilligung des Besitzers ein fremdes Gebäude betreten, so begehen Sie in jedem Fall Hausfriedensbruch.

Bitte fotografieren Sie deshalb nur von außen. Es werden bestimmt tolle Fotos, versprochen! Selbstverständlich dürfen Sie durch Fenster und offenstehende Türen schauen, sofern das Gebäude nicht von Dickicht umwuchert ist.

Das Sanatorio di Medoscio - ein verlassenes Kurhaus

Das ehemalige Kurhaus befindet sich in dem kleinen Dorf Medoscio im Kanton Tessin. Das Dorf liegt zwischen Locarno und Bellinzona nicht weit vom Lago Maggiore. Das Sanatorium - auf 534 m Höhe gelegen - wurde 1932 eingeweiht. Der Bischof von Lugano, Aurelio Bacciarini, hatte die Idee dazu. Ihm taten die vielen Tuberkulosekranken, insbesondere die Kinder, leid. Im fünfstöckigen Sanatorium, das ca. 80 - 90 Betten für Patienten besaß, kümmerten sich Nonnen um die kranken Kinder und Jugendlichen. Gute Luft und herrliche Umgebung  sowie ein Blick aus den Fenstern auf den Lago Maggiore halfen sicher auch bei der Genesung. Aber um die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Tuberkulose-Heilstätten langsam überflüssig, da Medikamente gegen die Krankheit auf den Markt kamen. Das Sanatorio di Medoscio blieb noch bis in die 1980-er Jahre als Kurhaus geöffnet. 1994 wurde es geschlossen. Seitdem ist es ein - sehr fotogener - Lost Place.

Video: Lost Places: Versteckte Bunker der Schweiz

Das Kraftwerk Chavalon - die Verbrennung von Öl ist nicht mehr zeitgemäß.

Das Kraftwerk Chavalon ist DER typische Industriekomplex unter den Lost Places der Schweiz. Es liegt nahe der Gemeinde Vouvry im Kanton Wallis auf 825 m Höhe im Rhonetal. Von 1965 - 1999 diente es als Ölkraftwerk: Durch Verbrennung von Öl wurde dort Strom erzeugt. In den 2000-er Jahren kursierten Pläne für einen Umbau von einem Öl- zu einem Gaskraftwerk. Die Pläne wurden aufgegeben, nicht zuletzt aus Umweltschutzgründen. So stehen nun auf dem Areal verschiedene Gebäude ohne Funktion und wirken mit dem 120 m hohen Hauptschornstein fast ein wenig surreal.

Das Thermalbad Lostorf - eine "Betonburg"

Bei der Gemeinde Lostorf im Kanton Solothurn wurden schon im Jahr 1412 Thermalquellen entdeckt. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Lostorf zu einem kleinen Kurort. Das erste Thermalbad fiel 1966 einem Feuer zum Opfer. 1974 konnte der Neubau des Thermalbades eröffnet werden. Er hatte keine lange Geschichte vor sich. Bereits 1988 ging die Kuranlage bankrott. Welche Gründe haben wohl dazu geführt? Kenner meinen, dass Lostorf allzu abgelegen sei. Ein zweiter Grund mag in der Nachbarschaft des Atomkraftwerks Gösgen liegen. Wenn Sie den Lost Place Thermalbad Lostorf aus der Nähe anschauen, erkennen Sie: Es ist eine typische "Betonburg" im Stil der 1970-er Jahre, was sicherlich nicht zur Beliebtheit der Institution beigetragen hat ...

Das Sanatorium bei Quinto (Sanatorio del Gottardo) - in der Schweiz, nicht in Schottland

Das Sanatorio del Gottardo bei Quinto im Kanton Tessin wurde auf 1.160 m Höhe errichtet und im Jahr 1905 als Tuberkulose-Kurstätte eingeweiht, diente auch einige Jahre lang als Lazarett. Es wirkte damals sicherlich wie ein Schloss, und auch heute fragt sich der Betrachter: Was ist das? Ein Märchenschloss? Ein schottisches Spukschloss? Das "Schloss" mit seinen fünf Stockwerken wurde bereits 1962 geschlossen. In seiner besten Zeit besaß es sogar eine eigene Station einer Standseilbahn. Inzwischen ist es längst ein verträumter Lost Place geworden. Im Keller, dem so genannten "Totenkeller", soll es sogar spuken ...

Das Schotterwerk Buchs - eine riesige Industrie-Ruine

Einen Lost Place der Kategorie "Industrie" - wie aus dem Bilderbuch - können Sie in der Gemeinde Buchs im Kanton St. Gallen sehen. Die Gemeinde liegt an der Grenze zu Liechtenstein und Österreich und besitzt einen Grenzbahnhof zu Vorarlberg. Unmittelbar an der Eisenbahnstrecke stehen die hoch aufragenden Gebäude des ehemaligen Schotterwerks, das bis 2008 in Betrieb war. Es gehörte der Firma Basaltstein AG, die nach der Stilllegung keine neue Verwendung für das Werk fand. Und inzwischen existiert diese Basaltstein AG nicht mehr. Sie wurde 2021 aufgelöst. 

Übrigens: Neben diesen wirklich spektakulären Lost Places gibt es in allen Regionen der Schweiz auch kleine, eher unscheinbare. Das sind zum Beispiel verlassene Bahnhofgebäude, ehemalige Ställe oder ähnliches. Die Faszination der nicht mehr genutzten Objekte macht neugierig. Beachten Sie unbedingt die eingangs erwähnten Sicherheitshinweise! Die geheimnisvoll wirkenden Orte sind nicht nur bei Fotografen beliebt. Mitunter werden Sie auch ins Geocaching eingebunden. Machen Sie Urlaub mit Kindern, sind die Zeitzeugen nicht optimal für Schatzsuchen. Aber gut zu wissen: In der Schweiz gibt es zahlreiche familienfreundliche Alternativen für Geocaching, Fox Trails und ähnliches!

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